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ZUR GESCHICHTE DES LADYFESTS.

Anfang der 1990er Jahre entwickelte sich in der Punk/Hardcore Szene der beiden US-amerikanischen Städte Washington D.C. und Olympia eine rege feministische Aktivität mit links-politischen Anspruch: Das Riot Grrrl-Movement war geboren. Frauen, Mädchen, Lesben, Transgender begannen sich zusammenzuschließen, um die permanente Unterrepräsentation von Musikerinnen und Künstlerinnen zu unter-laufen. Unter dem Motto "female self-empowerment" entstand eine immer größer werden Szene aus der die Ladyfeste hervorgegangen sind. Die bekanntesten Bands dieser Szene sind: z.B. Bikini Kill, Bratmobile, Team Dresch, Sleater Kinney, Tribe 8 und Le Tigre.

Mit den Jahren machte das Prädikat der rebellischen Grrls insbesondere in Europa Mode: Die Musik- und Kleidungsindustrie hatte schnell herausgefunden, dass "Girlism" sich gut verkaufen ließ. Der ursprüngliche Begriff "grrl" wurde in "girlie" umgeschrieben und somit zu einem stigmatisierten Markenbegriff ohne politisch-femininistsche Aussagekraft. Aufgrund dieser Kommerzialisierung und Enteignung verwenden wir nun das Label Lady, um uns gegen die Verreinnahmung durch die Kulturindustrie zur Wehr zu setzen!

Dabei geht es aber längst nicht nur um Musik: Für viele fasst darüber hinaus mittlerweile der Begriff "Lady" alle Menschen, die sich den klassischen Männlichkeits- und Weiblichkeitsrollen nicht unterwerfen wollen oder können, und Lust haben in einem queer- feministischen Setting mitzuwirken.
Der politische Anspruch umfasst dabei weit mehr als nur ein feministisches Anliegen: Auch die klare Abgrenzung gegen Rassismus, Ausgrenzungs- und Globalisierungspolitik spielt eine entscheidende Rolle.

Die erste größere Aktivität der "Ladies" war die Organisation des "Ladyfests Olympia" im Jahr 2000. Damit gaben sie den Anstoß zu einer im breiter werdenden Präsentation von polit- und kunstschaffenden Frauen/Ladies/Queers überall auf der Welt.